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Pflege und Durchforstung - d e r Weg zum stabilen und ertragreichen Wald

Pflege und Durchforstung werden angesichts zunehmender Bedrohung unserer Wälder durch Schädlinge wie Borkenkäfer und Co, aber auch durch den fortschreitenden Klimawandel mit Erwärmung und abnehmenden Niederschlägen in der Hauptwachstumszeit, immer wichtiger.

"Richtige" Waldpflege beginnt eigentlich bereits bei der Pflanzung - nämlich bei Baumartenwahl, Pflanzabständen und Pflanzzeiten. Da diese Entscheidungen so außerordentlich wichtig für den Erfolg bei der Waldbewirtschaftung und meist unumkehrbar sind, empfehle ich Ihnen dringend, vor dieser Grundsteinlegung in Ihrem Wald, den Rat Ihres Försters (dieser hat auch Hilfsmittel wie Standorts und Klimarisikokarten) dazu einzuholen. Auch wenn Sie "nur" Nadelholz ohne Förderung pflanzen wollen. Pflanzen Sie beispielsweise Nadelholz sehr dicht (z.B. 1,5m x 1m), geben Sie nicht nur unnötig viel Geld aus, sondern gefährden auch die Bestandesstabilität, machen die Kultur an- fälliger für Trockenschäden (2003!) und verzichten auf möglichen Ertrag (Durchmesserentwicklung).
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Pflege
Häufig muss bereits im Sommer/Herbst nach der Pflanzung, vor allem auf Kahlflächen, mit der Kulturpflege, also üblicherweise dem "Ausgrasen", begonnen werden. Leider verspricht hier nur mühsame Handarbeit mit Sichel oder Freistellungssense dauerhaften Erfolg.
 Sollten Sie hierbei Hilfe benötigen, wenden sie sich an ihren Geschäftsführer. Dieser kann Ihnen Arbeitskräfte vermitteln. Auch hier kann gutgemeinte, aber zu viel Arbeit schaden - z.B. Brombeere mähen im Frühjahr fördert deren weiteres Wachstum. Durch die Entnahme aller Begleitpflanzen (harmlose Gräser oder Birken) im Hochsommer kann die direkte Sonneneinstrahlung Schäden an Blättern verursachen und die Verdunstung auf der Fläche erhöhen.
Ist Ihre Kultur dann etwa mannshoch und "geschlossen" beginnt die Jugendpflege. Hier geht es darum, unerwünschte Baumarten (oder Sträucher), die die gepflanzten Bäumchen bedrängen, und Schlechtgeformte oder Kranke zu entnehmen. In zu dichten Nadelholzbeständen kann (und muss) jetzt noch gefahrlos der Standraum der Einzelbäume durch Entnahme von Nachbarbäumen erweitert werden. Der Laubholzjungwald soll noch dicht bleiben, um möglichst lange, astfreie Stämmchen zu erzielen (Wertsteigerung).
Ist Ihr JungwErdmann2ald zusammenhängend mindestes 2000 m² groß und bleiben nach der Pflege mindestens 30% Laubbäume übrig, können Sie vor Maßnahmebeginn eine Förderung bei Ihrem Förster beantragen. Geförderte Kulturen müssen darüberhinaus mindestens 5 Jahre alt sein.
Da erst kürzlich der Fördersatz von 200 € auf 400 € je ha angehoben wurde und dadurch die Kosten eines "Profieinsatzes" nahezu gedeckt sein können, kann sich auch hier eine Anfrage bei Ihrem Geschäftsführer oder Ihrem Förster für Sie und Ihren Jungwald lohnen.

Durchforstung
Wenn Ihre Bäume etwa 10 m hoch sind, beginnt die Jungdurchforstung. Im Nadelholzbestand geht es nun darum, starken und vitalen Bäumen in ausreichenden Abständen (4-6 m) genügend Platz zu schaffen, um den Zuwachs auf diese zu lenken und den Bestand weiter zu stabilisieren. Selbst wenn Sie "nur" Brennholz ernten möchten, haben Sie bei gleichbleibender Holzmenge und steigender Standfestigkeit mit weniger, aber dafür dickeren Bäumen weniger Arbeitsaufwand und Kosten. Neben Brennholz sind nun erstmals auch verkaufbare Sortimente wie Papierholz und Spanholz möglich. Besonders wenn hierbei Holzerntemaschinen eingesetzt werden, wirft Ihr Wald nun erste Erträge ab. Bei den späteren Eingriffen und den folgenden Altdurchforstungen fallen bereits kurze Stammhölzer an (z.B. 4 m lang und mind. 13 cm Zopf). Damit wird auch die Handaufarbeitung wirtschaftlich. Gerne schaut sich Ihr Geschäftsführer Ihren Wald an und unterbreitet Ihnen ein Angebot, falls Sie bei Ihrer Durchforstung Hilfe benötigen. Im Laubholz geht die Auslese von Schlechtgeformten und Unerwünschten (Zwiesel, Starkastige, unerwünschte Baumarten) weiter und die Bestände bleiben noch dicht bis die gewünschte astfreie Stammlänge (je nach Baumart 6 - 10 m)erreicht ist.
Selbstverständlich können Sie auch hier Ihren Förster um Rat fragen. Im Herbst (erster Abend 07.10.09 - 10 Abende - 2 Praxistage) beginnt eine Vortragsreihe für "Einsteiger" in die Waldbewirtschaftung an der Landwirtschaftsschule in Ansbach. Infos und Anmeldung bei ihrem Förster.
                                                                   Siegfried Erdmann

 © Forstbetriebsgemeinschaft Ansbach-Fürth e.V. Neumühle 11 ● 91629 Weihenzell Tel : 09802 957004 Fax: 09802 957023 
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