HOLZMARKT

Holzmarktbericht

[Stand Mo. 22.08.2022]

Die allgemeine Geschäftslage der Nadelholzsägewerke in Deutschland hat sich weiter eingetrübt. Die Abkühlung der Geschäftstätigkeit zeigt sich in fast allen Bereichen. Einzige positive Ausnahme sind die Nebenproduktmärkte.

 

Wir erleben derzeit eine Marktumkehr. Die zunehmende Verschlechterung der wirtschaftlichen Gemengenlage in Europa und vor allem auch in Deutschland hat auch der Holzgroßhandel zu spüren bekommen. Ausgangspunkt der Abschwächung ist die rückläufige Nachfrage nach Schnittholz. Sowohl aus der Nah- als auch aus der Fernzone ist ein Rückgang der Auftragsein-gänge zu verzeichnen. Nicht anders schaut es bei den Auftragsbeständen aus. Fast die Hälfte der Nadelholzsägewerke hat ihre Produktion im Juli zurückgenommen. Trotz der Rücknahme steigen aber die Lagerbestände unverkaufter Schnittware bei fast der Hälfte der Werke an. Die Schnittholzpreise befinden sich auf breiter Front im Rückwärtsgang. Diese Abwärtsbewegung hat bereits im Juni eingesetzt und sich im Juli verstärkt. Nur ein kleiner Teil der Flaute sollte der üblichen Sommerpause zuzuordnen sein. Dabei ist aber auch festzuhalten, dass trotz einsetzendem Preisrückgang sich die Schnittholzpreise immer noch auf historisch hohem Niveau befinden. Die Prognosen zum Schnittholzabsatz fallen derzeit recht verhalten aus. Für den August geht man von einer rückläufigen Nachfrage an Bau- und Industrieware aus. Danach wird sich die Bauwarennachfrage erholen und die Industriewarennachfrage stabilisieren. Der Absatz der Nebenprodukte wird auf jeden Fall eine Stütze oder Minimalbasis der Geschäftstätigkeit in der Sägeindustrie sein.                                                                                                                                                  Foto: FBG

 

Holzpreise

Zum Quartalswechsel haben sich die Rundholzpreise überwiegend auf das Preisniveau vom ersten Quartal 2022 korrigert. Beim Fichtenholz im Leitsortiment 2b+ werden bis auf weiteres 100-110 €/fm für das BC-Frischholz bezahlt. Auch Fichten-Käferholz ist mit 70 bis 80 €/fm weiterhin sehr interessant für den Verkauf. Dafür wird seitens der Sägeindustrie zunehmend mehr Augenmerk auf die Holzqualität gelegt. Gerade alte Käferhölzer aus den Vorjahren sind durch die trockene Witterung teilweise sternförmig eingerissen und nicht mehr für die eigentliche Verwendung im Fixlängenbereich geeignet.

 

Die Kiefern-Fixlänge wurde nicht so stark reduziert wie die Fichte und hat mit 75-80 €/fm noch ein solides Preisniveau. Ähnlich sieht es beim Palettenholz mit 63 €/fm in der Preisspitze aus. Industrieholz mit rund 45 €/fm und sägespaltfähiges Brennholz mit 50 €/fm sind weiterhin unsere Bestseller. Trotz weiterer Preissteigerungen bei den Neuabschlüssen für Waldhackschnitzel, ist die Aushaltung von Industrieholz finanziell deutlich attraktiver als die Ausformung von Waldhackschnitzeln mit einem sehr hohen Holzanteil.

 

 

Alexander Rößler

Geschäftsführer

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