HOLZMARKT

Holzmarktbericht

[Stand Mo. 30.03.2020]

Die Corona-Krise wirkt sich zunehmend auf die Abnahmemengen von Rundholz aus. Auch die deutschen und internationalen Holzmärkte werden verstärkt von den Auswirkungen des Corona-Virus beeinflusst, welche teilweise schon jetzt deutlich zu spüren sind. Aktuelle Exportbeschränkungen, fehlende Arbeitskräfte in der Holzindustrie bzw. in den nachfolgenden Betriebszweigen, eine rückläufige Nachfrage auf den Schnittholzmärkten sowie die große Unsicherheit bei der wirtschaftlichen Entwicklung führen dazu, dass viele Rundholzabnehmer aufgrund von Reduzierungen des Betriebsvolumens derzeit Abnahmemengen reduzieren. Des Weiteren wirken sich die Beschränkungen im Berufspendlerverkehr sowie in der Logistik negativ aus.

 

Was heißt das für die aktuelle Holzvermarktungssituation?

Bis auf weiteres muss jeder Waldbesitzer der Holz verkaufen möchte sich dem Risiko bewusst sein, dass von heute auf morgen die Rundholzpreise nochmals reduziert werden oder im schlimmsten Fall das Holz überhaupt nicht mehr abgenommen werden kann. Dies gilt sowohl für Waldbesitzer die ihr Holz selber aufarbeiten, als auch für organisierte Holzerntemaßnahmen durch die FBG.

Kiefern-Frischholzeinschläge müssen vorerst gestoppt werden, die Kiefernmenge muss auf das allernotwendigste, z.B. Trockenschäden oder Windwurf bzw. Schneebruch, beschränkt werden. Hintergrund ist, dass sich die Corona-Krise besonders auf die Kiefern-Absatzmärkte auswirkt. Entsprechend werden die Abnahmemengen von Kiefern-Rundholz seitens der Sägeindustrie deutlich kontingentiert. Aushaltungsmöglichkeiten bestehen aktuell nur als Fixlänge 5,1 m, für BC (2b+ 50 €/fm) bzw. D-Holz und als Palettenholz 3,75 m (2b+ 40 €/fm). Aufgrund der Kontingentierungen bitten wir unsere Mitglieder Poltergrößen von max. einer LKW-Fuhre an uns bereit zu stellen. Zeitgleich bitten wir um Verständnis, dass wir unsere regionalen Forstunternehmer so gut es geht beschäftigen möchten, da wir diese spätestens im Kampf gegen den Borkenkäfer wieder dringen brauchen werden.

Etwas gesicherter stellt sich die Situation bei der Vermarktung von Fichtenholz dar. Aushaltungsmöglichkeiten bestehen aktuell als Fixlänge 5,1 m, für BC (2b+ 55-60 €/fm) bzw. CK-Holz und als Langholz zu einem identischen Preisniveau. Vorerst herrschen hier noch keine Mengenbeschränkungen. Dafür schwebt ein Fragezeichen über der Papierholzvermarktung, da UPM bis Anfang April einen Einkaufsstop ausgerufen hat. Weitere Details sind dazu leider noch nicht bekannt.

 

Trotz dieser schwierigen Situation ist die Sturmholzaufarbeitung aus Waldschutzgründen weiterhin dringend notwendig. Aufgrund der Unsicherheit bei der Rundholzabnahme und der sich abzeichnenden angespannten Logistiksituation sollte derzeit von Frischholzeinschlägen abgesehen und geplante Maßnahmen zurückgestellt werden. Rundholzmengen aus der Sturmholzaufarbeitung sollten waldschutzwirksam zwischengelagert werden, da Abnahmeverzögerungen bei den Sägewerken jetzt schon zu beobachten sind und aufgrund der Lage in den Werken zunehmen werden. Bitte erkunden Sie Lagerplätze, um diese bei eintretender Kalamität zur Verfügung zu haben. Wenn Holz auf landwirtschaftlichen Flächen zwischengelagert werden soll, sollte dies dem AELF angezeigt werden, so dass es keine Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Förderung hat. Nach Art. 57 Abs. 1 Nr. 15a der Bayerischen Bauordnung ist diese vorübergehende Zwischenlagerung genehmigungsfrei.

 

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