HOLZMARKT

Holzmarktbericht

[Stand Mo. 08.06.2020]

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Holzmarkt aus. Ein Überangebot an Kalamitätsholz prägt weiterhin den Holzmarkt in Bayern. Nadelschnittholzpreise geraten weiter unter Druck. Der Quartalswechsel brachte Preissenkungen und Kontingentierungen bei der Rundholz-vermarktung mit sich. Frischholz-Einschläge müssen vermieden werden.

 

Auch die deutschen und internationalen Holzmärkte werden weiterhin von den Auswirkungen des Corona-Virus beeinflusst. Exportbeschränkungen, fehlende Arbeitskräfte in der Holzindustrie bzw. in den nachfolgenden Betriebszweigen, eine rückläufige Nachfrage auf den Schnittholzmärkten sowie die große Unsicherheit bei der wirtschaftlichen Entwicklung führen dazu, dass viele Rundholzabnehmer, aufgrund von Reduzierungen des Betriebsvolumens, derzeit ihre Abnahmemengen stark kontingentieren.

 

Was heißt das für die aktuelle Holzvermarktungssituation?

Bis auf weiteres muss jeder Waldbesitzer der Holz verkaufen möchte sich dem Risiko bewusst sein, dass von heute auf morgen die Rundholzpreise nochmals reduziert werden oder im schlimmsten Fall das Holz überhaupt nicht mehr abgenommen werden kann. Dies gilt sowohl für Waldbesitzer die ihr Holz selber aufarbeiten, als auch für organisierte Holzerntemaßnahmen durch die FBG.

Kiefern-Frischholzeinschläge müssen vorerst gestoppt werden. Hintergrund ist, dass sich die Corona-Krise vor allem auf die Kiefern-Absatzmärkte auswirkt. Entsprechend wurden die Abnahmemengen von Kiefern-Rundholz seitens der Sägeindustrie besonders deutlich kontingentiert. Die vorhandenen BC-Liefermengen wurden noch zur Vermarktung der restlichen Sturm- und Schneebruchschäden genutzt. Bis auf weiteres bestehen Aushaltungsmöglichkeiten aktuell nur als Fixlänge 5,1 m als D-Holz (2b+ 25-28 €/fm) und als Palettenholz 3,75 m CD-Qualität (2b+ 40 €/fm).

 

Etwas gefestigter stellt sich die Vermarktungssituation von Fichten-holz dar. Aushaltungsmöglichkeiten bestehen als Fixlänge 4,1 oder 5,1 m, für BC (2b+ 48-60 €/fm) bzw. CK-Holz (2b+ 25-35 €/fm) und als Langholz zu einem identischen Preisniveau. Vorerst herrschen hier noch keine Mengen-beschränkungen. Dafür kann aber bis auf weiteres kein Papierholz mehr vermarktet werden. Nach einem vollständigen Einkaufsstop zum Quartalswechsel, hat UPM seine Abnahmemengen Corona-bedingt im zweiten Quartal so stark reduziert, dass es derzeit keine freien Mengen gibt.

Der Papierabsatz muss erst wieder anlaufen, wie schnell und wie stark – bleibt abzuwarten.

 

Energie- und Industrieholzmarkt

Beim Energie- und Industrieholzmarkt spürt man die Auswirkungen von einem vollen Holzmarkt in Kombination mit der Corona-Krise am deutlichsten. Unser Rohstoff Holz ist hier kaum noch absetzbar. Durch schon geplante Werksstillstände, in Folge von auftragsbedingten Abbestellungen, konnten wir mit unserem größten Industrieholzabnehmer vorerst keinen Folgevertrag abschließen. Wir hoffen, nach bereits vereinbarten Gesprächsterminen, zukünftig unseren Mitgliedern wieder eine Vermarktung in diesem Sortimentsbereich anbieten zu können.

Weiterhin stark angespannt ist die Vermarktungssituation bei den Waldhackschnitzeln. Aus dem Vorjahr ist noch ein sehr großer Waldvorrat vorhanden. Da die Kalamitätsprognosen für heuer schlimmes erahnen lassen und das aktuell nicht absetzbare Industrieholz stark mit den Hackschnitzeln konkurriert, haben wir uns entschlossen bis auf weiteres keine Waldhackschnitzel mehr zu übernehmen. Wir bitten unsere Mitglieder die zur Vermarktung bestimmten Hackguthaufen weiterhin nicht auf Fremdgrund, landwirtschaftlich genutzten Flächen oder zukünftig geplanten Forstkulturflächen zu lagern.

 

Waldschutz

Trotz dieser schwierigen Situation ist die Käferholzaufarbeitung aus Waldschutzgründen weiterhin dringend notwendig.

 

Aufgrund der Unsicherheit bei der Rundholzabnahme und der sich abzeichnenden angespannten Logistiksituation sollte derzeit von Frischholzeinschlägen abgesehen und geplante Maßnahmen zurückgestellt werden. Grundsätzlich sollten bruttaugliche Fichtenhölzer waldschutzwirksam zwischen-gelagert werden, da Abnahme-verzögerungen bei den Sägewerken schon jetzt zu beobachten sind und aufgrund der Lage in den Werken weiter zunehmen werden. Bitte erkunden Sie Lagerplätze, um diese bei eintretender Kalamität zur Verfügung zu haben. Wenn Holz auf landwirtschaftlichen Flächen zwischengelagert werden soll, sollte dies dem AELF angezeigt werden, so dass es keine Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Förderung hat. Nach Art. 57 Abs. 1 Nr. 15a der Bayerischen Bauordnung ist diese vorübergehende Zwischenlagerung genehmigungsfrei.

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