HOLZMARKT

Holzmarktbericht

[Stand Di. 26.11.2019]

Der Holzmarkt in Bayern ist weiterhin durch das massenhaft anfallende Kalamitätsholz im gesamten europäischem Raum geprägt. Rundholzpreise werden vom Sommer überwiegend fortgeschrieben, Kiefernholz wird zunehmend zum Saison-Produkt.

 

Holzmarkt Allgemein

Während der Käferholzanfall in einigen Regionen Bayerns wider Erwarten deutlich unter den Vorjahresmengen blieb, fiel dafür in Ostbayern und in Teilen Frankens erheblich mehr Käferholz an als noch im Jahr 2018. Auf den Holzpreis wirkte sich diese Situation allerdings nicht positiv aus, zu groß sind noch immer die Holzmengen aus den Hauptschadensgebieten. Allein in Österreich und Deutschland sind die durchschnittlichen Sägerundholzpreise in den zurückliegenden beiden Jahren um fast 20 % gesunken. Damit hat sich die Wettbewerbsfähigkeit der Sägeindustrie in beiden Ländern deutlich verbessert. Trotz einer Abschwächung der Weltwirtschaft stieg die Nachfrage nach Schnittholz in diesem Jahr auf diversen großen Holzmärkten.

Ein Preisanstieg zum Winterhalbjahr für frische Fichte bleibt auch in diesem Jahr erneut aus. Es wird überwiegend das Sommerpreisniveau in den Verträgen fortgeschrieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass etliche Großsägewerke stark den Export beliefern und hierbei die Schnittholzqualität nicht die entscheidende Rolle spielt. Somit wird für frisches Fichtenholz im 2b 55-60 €/fm und für Käferholz 25-35 €/fm bezahlt. Ausnahme bilden Lose mit stärkeren Dimensionen die mit Preiszuschlägen beboten sind. Nach langer Zeit der Ungewissheit konnte nun auch wieder ein ausreichender Jahresvertrag im Fichten-Papierholzbereich abgeschlossen werden. Nach der Schließung einer Papiermaschine in Plattling und einem damit einhergehenden verminderten Verbrauch an Schleifholz, war dies nicht selbstverständlich. Bei einem Preis von 27,50 €/rm werden ausschließlich 3 m Längen nachgefragt.

Nach nur vereinzelten Vermarktungsmöglichkeiten für Kiefer während dem Sommerhalbjahr, konnten bis Ende März wieder ausreichende Lieferverträge abgeschlossen werden. Es zeichnet sich jedoch jetzt schon ab, dass nach dem Winterhalbjahr die Nachfrage wieder rückläufig sein wird. Einzelne Sägewerke fangen mit dem Kiefern-Einschnitt erst ab Januar an, andere wiederum kaufen gar kein Kiefernholz im Winter ein. So können auch nur die Längen 5,1 m oder Langholz vermarktet werden und keine 4,1 m Längen mehr. Mit 50-55 €/fm im Leitsortiment 2b ist die Kiefer im Vergleich zur Fichte aber verhältnismäßig ordentlich bezahlt. Mindestens bis zum Jahreswechsel besteht zudem eine Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Kiefern-Lamellenholz.

 

Energie- und Industrieholzmarkt

Spürbar größter Druck herrscht aktuell bei den Abnehmern für das Industrieholz. Neben dem Waldrestholz, das mittlerweile zu deutlich günstigeren Konditionen als zuletzt angeboten wird, sind auch alle anderen Sortimenten (Hackschnitzel, Bündel, Recyclingholz etc.) im Überfluß vorhanden. Bei diesen gab es zudem drastische Preissenkungen. Da das Waldrestholz immer auch werksintern im Wettbewerb mit diesen Sortimenten steht (entscheidend ist der Preis für den "Sägespan frei Leim") wirkt sich das negativ auf die Spanholzpreise aus, die angeboten werden können.  Somit wird für das Industrieholz rund 17 €/fm bezahlt.

Sehr angespannt ist auch weiterhin die Vermarktungssituation bei den Waldhackschnitzeln. Bei rückläufigen Preisen werden bei weiten Rückeentfernungen kaum noch Erträge für den Waldbesitzer zu erzielen sein. Aufgrund der Mengenkontingente bitten wir unsere Mitglieder die zur Vermarktung angebotenen Hackguthaufen weiterhin nicht auf Fremdgrund, landwirtschaftlich genutzten Flächen oder zukünftig geplanten Forstkulturflächen zu lagern, sodass die Holzabfuhr zeitlich unabhängig ist.

 

Laubstammholzmarkt

Aufgrund der vergangenen heißen und trockenen Sommer haben nicht nur unsere Kiefern und Fichten mit der Dürre und dem Klimawandel zu kämpfen, sondern auch unsere Eichen bzw. unser Laubholz im Allgemeinen. Bei den Eichen bzw. Laubhölzern zeichnet sich das insoweit ab, dass Teilbereiche der Kronen absterben. Dies hat zu Folge, dass dadurch Eintrittspforten für zahlreiche Pilze und Insekten entstehen. Dadurch leidet erheblich die Holzqualität im Stammholz und die zu vermarktenden Hölzer können oft nur noch zum D-Holzpreis verkauft werden bzw. werden von den Käufern abgelehnt.

Trotz allem ist wie die Jahre zuvor die Nachfrage nach Eichenstammholz und dunkle Hölzer wie z.B. Nussbaumholz sehr groß. Eichenstammholz in den Qualitäten A, AB, B, BC, C wäre ab einem Durchmesser von 30 cm o.R. und einer Mindestlänge von 2,50 m zzgl. 20 cm Übermaß und Länger. Längere Eichenstämme (Klammerstämme) werden dabei von den Käufern bevorzugt nachgefragt.

Schwächere und schlechtere Qualitäten in der Eiche sind als „Pfahl-Eichen“ auszuhalten und zu vermarkten. Hier ist ein Mindestdurchmesser von 3a, 30 cm Durchmesser und Stärker auszuhalten. Länge wäre 4m +20 cm Übermaß. Qualitäten sind C, CD und D.

Grundsätzlich ist bei der Laubholzvermarktung darauf zu achten, dass immer mehrere Stämme pro Lagerort bereitgestellt werden sollten. Gegebenenfalls können Einzelstämme zu einem Sammellagerplatz gefahren und mit dem Namen des Eigentümers beschriftet werden. Des Weiteren muss das Holz frei von Insekten und Pilzen sein.

Aufgrund unserer sehr geringen Vermarktungsmenge besteht aktuell keine nennenswerte Absatzmöglichkeit beim Buchenstammholz. Schwächere sowie schlechtere Qualitäten sind bei der Buche als Brennholz zu vermarkten. Das Holz sollte für Spaltautomaten tauglich und weitestgehend geradschaftig sein. Mindestzopf ist 10 cm, Maximaldurchmesser 40 cm.

 

Submissionsholz

Die FBG hat auch wieder in diesem Jahr vor an der Laubholzsubmission in Iphofen teilzunehmen. Hierfür kommen nur sehr gute, fehlerfreie Hölzer in Frage. Stämme von nicht ausreichender Qualität werden verhalten bzw. gar nicht mehr beboten. Allgemein ist zu beobachten, dass die Möbelindustrie aktuell vor allem Hölzer mit Farbkern wie Kirsche oder dunkle Hölzer wie Nussbaum oder Eiche bevorzugt. Helle Hölzer wie Buche oder Ahorn wurden eher verhalten bis gar nicht beboten. Vor dem Einschlag wäre ein Termin mit FBG-Förster Christian Weiß wünschenswert, um den weiteren Ablauf zu koordinieren. Frachtkosten, Lagerplatzgebühr und die FVU-Gebühr für die Submission trägt wie gewohnt der Besitzer des Wertholzstammes. Anmeldefrist für die Submission ist der 14.01.2020.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© FBG Ansbach-Fürth e.V., 2016 • Neumühle 11 • 91629 Weihenzell • Tel.: 09802 957004 • Fax: 09802 957023