HOLZMARKT

Holzmarktbericht

[Stand Mo. 12.01.2021]

Der bayerische Rundholzmarkt zeigt sich zweigeteilter denn je. Während besonders der Norden Bayerns weiterhin durch die enormen Kalamitätsholzmengen bestimmt wird, so empfangen uns aus dem Süden Bayerns schon wieder Frischholznachfragen bei anziehenden Fichtenholzpreisen.   

 

Es gibt mehrere Gründe für die anziehenden Rundholzpreise. Zum einen ist das Bauhauptgewerbe bisher gut durch die Corona-Krise gekommen, die Anzahl der Baugenehmigungen, sowohl für Neubauten als auch für Renovierungen, sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Zum anderen hat sich die Geschäftslage der Nadelholzsägewerke weiter positiv entwickelt. Dafür verantwortlich ist die hohe Schnittholznachfrage aus den Überseemärkten, insbesondere aus den USA und China. Hinzu kommen Wettbewerbsvorteile aufgrund der billigen Rundholzpreise in den Hauptschadensgebieten in Deutschland sowie in einigen Nachbarstaaten. Bei einem hohen Produktionsniveau konnten in der letzten Zeit sogar noch Preissteigerungen beim Schnittholz, Konstruktionsvollholz sowie bei der Seitenware verzeichnet werden. Lediglich bei den Herstellern von Holzverpackungsmitteln und Paletten zeigte sich bisher keine positive Konjunkturentwicklung.

 

Holzpreise

Leider profitierten unsere Waldbesitzer als Urproduzenten nicht von dieser Entwicklung. Am Rande einer der Kalamitätsholzregionen liegend, waren die Rundholzpreise zuletzt auf einem sehr niedrigen Niveau. Aushaltungsmöglichkeiten beim Fichtenholz bestehen weiterhin als Langholz oder als Fixlänge mit den Längen 4,1 oder 5,1 m im Leitsortiment 2b+ zu 45-70 €/fm für das BC-Frischholz. Für Käferholz werden 28 bis 45 €/fm bezahlt. Starkes Käferholz mit entsprechender Holzqualität wird teilweise mit Zuschlägen honoriert, die Aushaltung dieser Sortimente muss zuvor mit der Geschäftsstelle abgestimmt werden. Das Geschäftsjahr 2020 war gerade für unseren Papierholzabnehmer UPM ein katastrophales Jahr. Nach einem Rückgang von rund 20 % bei den grafischen Papieren kam es zu Werksschließungen sowie weiterem Personalabbau. Dennoch konnte wieder ein Jahresvertrag mit 25,50 €/rm abgeschlossen werden, bei dem die 3 m Länge bevorzugt wird.

Leider lässt aber unser Hauptsortiment die Kiefern-Fixlänge preislich zu wünschen übrig. Aufgrund der teilweise noch sehr guten Versorgungslage mit Fichten-Käferholz schneiden wie im Vorjahr einzelne Sägewerke kein Kiefernholz im Winterhalbjahr ein. So bleibt die Holzaushaltung bei der Kiefer im Fixlängenbereich vorerst bei 5,1 m. Die Aushaltung von Langholz sollte zuvor mit der Geschäftsstelle abgestimmt werden. Wenn auch mit leichten Preisabschlägen besteht aktuell wieder eine Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Kiefern-Lamellenholz.

Die schon bekannte Absatzproblematik bei der Verpackungsware bzw. beim Palettenholz hält

nach wie vor an. Nach überstandener Kurzarbeit während den Sommermonaten konnte mittlerweile das Produktionsniveau wieder gesteigert werden. Dadurch ist auch die Holzabfuhr wieder in Schwung gekommen, sodass die restlichen Mengen vom ersten Halbjahr bis Jahresende größtenteils abgefahren sein sollten. Mit 35 €/fm in der Spitze wurde sich auf ein passables, der Situation angepasstes, Preisniveau verständigt.

 

Energie- und Industrieholzmarkt

Nach zuletzt ausgesetzten Lieferverträgen mit einigen Industrieholzab-nehmern, konnte man sich bei den letzten Gesprächs-terminen wieder auf einen Liefervertrag einigen. Mit 16 bis 20 €/fm konnte ein zumindest annähernd kostendeckendes Preis-gefüge realisiert werden. Es bleibt zu hoffen, dass den vollen Auftrags-büchern auf der Säger-seite auch wieder Preis-steigerungen folgen werden.

Der sehr große Vorrat an Waldhackschnitzeln aus dem Vorjahr konnte in den vergangenen Monaten weiter abgebaut werden, sodass wir im neuen Jahr wieder Hackschnitzel zur Vermarktung erfassen können. Zudem konnten wir in den letzten Monaten einige Lieferverträge mit neu gegründeten Nahwärmenetzen im Vereinsgebiet abschließen. Dies freut uns ganz besonders. Um möglichst vielen Mitgliedern die Möglichkeit der Hackschnitzelvermarktung bieten zu können, werden wir ggf. noch ein Regelwerk zum Hackschnitzeleinkauf entwickeln.

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